Malen mit Beeren, Blüten und Blättern

(c) M. Benes-Oeller, Natur im Garten

Die Farbenvielfalt der Natur erforschen, mit Pflanzen natürliche Farben herstellen und kreativ umsetzen.

(c) M. Benes-Oeller, Natur im Garten
Alter: 6-14 Jahre
Dauer: 2 Unterrichtseinheiten
Organisation / Einrichtung: „Natur im Garten“ www.naturimgarten.at
Fächer: Sachunterricht, Biologie und Umweltkunde, Bildnerische Erziehung

Benötigte Materialien:

  • Gesammelte Pflanzenteile
  • kleine Schüsseln oder Schalen
  • Mörser
  • Pinsel
  • Papier, optional: Kleister oder Kirschgummi

Farben, die wir heute zum Malen verwenden, werden in der Regel chemisch hergestellt. Aber die Natur ist voller Farben, die seit Jahrtausenden vom Menschen kreativ verwendet werden.

Bei dieser Methode erforschen wir die natürliche Farbenvielfalt von Beeren, Blüten und Blättern. Gemeinsam werden Farben hergestellt und kreative Bilder gemalt.

Ablauf

Die Schüler*innen bilden zwei Gruppen. Jede Gruppe stellt sich an der gemeinsamen Startlinie in eine Reihe hintereinander. Die Hände werden auf die Schultern der Vorderperson gelegt.

Auf ein Startzeichen hin versucht jede Gruppe, als ganzer Regenwurm die Ziellinie zu erreichen. Die Kontraktionen des Regenwurms müssen dabei nachgeahmt werden:

  • Das erste Kind der Reihe bleibt stehen, bis alle anderen Mitglieder seiner Gruppe so weit zusammenrücken, dass sie eng hintereinander stehen.
  • Dann geht es so weit nach vorne, bis alle Arme ganz ausgestreckt sind.
  • Jetzt bleibt es wieder stehen und wartet, bis wieder alle anderen Kinder ganz eng zusammen stehen.
  • Das wird so lange wiederholt bis das letzte Kind der Gruppe die Ziellinie überquert.

Soll die sportliche Aktivität im Vordergrund stehen, kann die Aktion als Wettlauf gespielt werden. Die erste Gruppe, die unversehrt ankommt, gewinnt. Allerdings besteht dabei die Gefahr, dass die Kontraktionen nicht mehr korrekt nachempfunden werden.

Von hoher Bedeutung für das bewusste Erleben ist die Reflexion:

  • Wie ist es euch ergangen?
  • War es leicht sich auf diese Art und Weise fortzubewegen?
  • Wie habt ihr die Zusammenarbeit in der Gruppe erlebt?
  • Was könnte in der Zusammenarbeit besser gemacht werden?

Kompetenzorientierte Lernziele

Zunächst werden mit den Schüler*innen bei einem Rundgang durch den Schulgarten bunte Blütenblätter und Beeren gesammelt. Alternativ können diese auch mitgebracht werden.

Gut geeignete Pflanzen:

  • Blüten gelb: Löwenzahn, Tagetes, Ringelblume, Sonnenblumen, etc.
  • Blüten rot – lila – blau: Storchenschnabel, Mohn, Stiefmütterchen, Glockenblumen, etc.
  • Blätter: Löwenzahn, Spinat, Mangold, Malabaspinat, Melde, etc.
  • Früchte: Holunder, Brombeeren, Heidelbeeren, Kirschen, rote Weintrauben, Aronia, etc.

Es ist nicht zielführend, dass nur optimal geeignete Pflanzen verwendet werden. Das eigene Forschen und Entdecken färbender Pflanzen ist erwünscht! Während manche auffällige Pflanze nur enttäuschende Resultate liefert, können unscheinbare Blüten oder Blätter überraschend schöne Farben ergeben.

Herstellen von Pflanzenfarbe:

Die gesammelten Pflanzenteile werden einzeln zerkleinert und in einem Mörser zerrieben. Wenn keine Mörser zur Verfügung stehen, sind kleine Schalen und Kieselsteine ein guter Ersatz. Früchte sind in der Regel ohne weitere Zugabe verwendbar. Den eher trockenen Blüten oder Blättern beim Mörsern etwas Wasser hinzufügen, so dass ein Farbbrei entsteht.

Aquarellieren: Die Pflanzenfarben, die durch das Zerreiben entstanden sind, werden pur bzw. dünnflüssig verwendet.

Malen wie mit Temperafarben: Der Pflanzensaft wird mit einem dick-flüssigen Trägermaterial vermischt, damit die Farbe mehr „Körper“ hat, sich dicker auftragen lässt und dadurch farbkräftiger wird. Verdickungsmittel: Dünnflüssiger Kleister oder Kirschgummi - Gummi arabicum.

Malen durch direktes Verreiben der Pflanzenteile:

Beeren, aber auch Blüten und Blätter können auch direkt auf das Papier appliziert werden: Durch Quetschen, Pressen oder Reiben wird die Pflanzenfarbe von den Pflanzen auf das Papier übertragen. Der innere „Blütenknopf“ der Korbblütler lässt sich beispielsweise sehr gut auf dem Papier verreiben, durch drehende Bewegungen entstehen Kreise.

Generell gilt: Es gibt kein „schön“ oder „hässlich“!

Die Schüler*innen verarbeiten die Farben zu kreativen bunten Bildern. Diese können zum Trocknen auf eine Leine gehängt werden. Gemeinsam werden die Werke bewundert.

Reflexionsrunde:

Alle dürfen sich mitteilen, wie sie die Methode erlebt haben. Welche Pflanzen haben besonders schöne Farben ergeben, welche waren enttäuschend?

Weiterführende Ideen

Das Malen mit Beeren, Blüten und Blättern kann mit dem experimentalen Malen mit Gemüsesaft ergänzt werden.

Siehe auch: Methode Zauberfarben mit Gemüsesaft

Gestaltungstipps für Ihren Schulgarten und Informationen
zu gartenpädagogischen Fortbildungen finden sie unter:
www.naturimgarten.at/gartenpaedagogik

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Gemeinsam für ein gesundes Morgen.