Laub- und Reisighaufen anlegen

(c) J. Brocks, „Natur im Garten"

Mit einfachen Mitteln gemeinsam mit den Schüler*innen ein naturnahes Gartenelement bauen, heimische Tiere anlocken und beobachten.

Alter: 6 - 14 Jahre
Dauer: 3-4 Unterrichtseinheiten
Organisation / Einrichtung: „Natur im Garten“ www.naturimgarten.at
Fächer: Sachunterricht, Biologie und Umweltbildung

Benötigte Materialien:

  • Äste
  • Reisig und Laub
  • optional einige dicke Aststücke oder Holzscheite
  • Arbeitshandschuhe
  • Rechen
  • Scheibtruhe
  • andere Gartengeräte nach Bedarf

Aufgeschichtete Haufen aus Laub und Reisig sind ein Anziehungspunkt für viele Tiere und ein wichtiges Element im naturnahen Schulgarten. Ein solcher Haufen kann kostenlos und in kurzer Zeit gemeinsam mit den Schüler*innen gebaut werden und eignet sich daher bestens als Einstiegsaktion für die naturnahe Gartengestaltung. Der Laub-/Reisighaufen bedarf keiner weiteren Pflege und liefert - aufgrund seiner Attraktivität für die Tierwelt - gute Beobachtungsmöglichkeiten.

Ablauf

VORBEREITUNG

Für die Aktion werden Äste, Reisig und Laub benötigt, das bei der Gartenpflege im Herbst im Schulgarten in aller Regel ohnehin anfällt. Daher die für die Gartenpflege zuständige Person um die Bereitstellung von ausreichend Material bitten für einen Haufen mit etwa einem halben bis ganzen Kubikmeter Inhalt (je nach zur Verfügung stehender Zeit und vorhandenem Platz sowie Alter der Schüler*innen).

Nun in Rücksprache mit der Schulleitung eine geeignete ruhige, halbschattige Stelle im Garten auswählen, wo der Laub-/Reisighaufen ungestört liegen kann. Das ist wichtig, damit die sich hier einfinden Tiere wie der Igel ungestört ihren Winterschlaf verbringen können.

Die Schüler*innen bzw. Eltern werden informiert, dass für diese Aktion Kleidung erforderlich ist, die dem Wetter angepasst ist und schmutzig werden darf.

ERSTER SCHRITT: Bau des Laub-/Reisighaufens

Zunächst werden einige wichtige Grundregeln besprochen, damit niemand verletzt wird:

  • Die Äste dicht über den Boden ziehen und nicht in Gesichtshöhe schwingen.
  • Immer genügend Abstand zu den anderen halten.
  • Die Äste nicht zu Schwertern umfunktionieren.
  • Die Gartengeräte nur dazu verwenden, wofür sie gedacht sind.

Die Schüler*innen werden in Gruppen eingeteilt und bekommen verschiedene Aufgaben, wie Laub rechen, mit der Scheibtruhe das Material herbeiführen, das Material bei Bedarf zerkleinern oder das Material aufschichten.

Nun werden die Gruppen mit Handschuhen und je nach Bedarf mit Gartengeräten ausgestattet.

Der Laub-/Reisighaufen wird folgendermaßen aufgeschichtet:

  • Unten eine nicht zu dünne Schicht aus gröberen Ästen oder Steinen als Drainage.
  • Darüber Schichten aus Laub, außerdem Reisig und Äste. Letztere am besten kreuz und quer aufeinanderlegen und ineinanderstecken, damit der Haufen stabil wird.
  • Äste zu Abschluss verhindern Verwehungen.
  • Optional als besonders gut geeignetes Igelquartier: Über der Drainage-Schicht dicke Äste oder Holzscheite kreuzweise so übereinanderstapeln, dass in der Mitte ein ca. 30 x 30 x 30 Zentimeter großer Hohlraum mit Zugang entsteht. Ein paar Hände voll Laub in den Hohlraum geben. Erst danach Laub und Reisig aufschichten.

ZWEITER SCHRITT: Besprechung zum Thema Biodiversität

Es wird mit den Schüler*innen besprochen, welche Tiere einen Laub-/Reisighaufen besiedeln:

Haufen aus Laub und Reisig beherbergen eine Fülle an Leben. Käfer, Spinnen, Asseln, Ohrwürmer, Spitzmäuse, Erdkröten und Vögel besiedeln diese Lebensräume, denn hier finden sie Nahrung, Schutz vor Fressfeinden, Brutplätze und Überwinterungsquartiere.

Igel bevorzugen stabile Haufen, vor allem, wenn diese regen- und schneegeschützt angelegt sind. Daher einen geschützten Platz unter Bäumen und Sträuchern auswählen. Das verrottende Laub erzeugt Wärme, was den überwinternden Tieren zugute kommt. In der Mitte sollte ein Hohlraum sein, der für den Igel ausreichend Platz bietet.

Vögel, wie etwa das Rotkehlchen, lieben etwas dickere, relativ hoch aufgeschichtete Äste, bedeckt mit dichtem Reisig.

DRITTER SCHRITT: Spielerischer Abschluss

Ein besonders schöner Abschluss für die Bauaktion ist ein Bewegungsspiel, das zudem inhaltlich zum Thema passt:

Marienkäfer und Blattlaus

WEITERFÜHRUNG: Nutzung zur Tierbeobachtung

Der Laub-/Reisighaufen kann über Jahre hinweg an Ort und Stelle bleiben. Da das Material verrottet sackt der Haufen allmählich zusammen. Daher ist es empfehlenswert jedes Jahr wieder etwas neues Material hinzuzugeben. Ansonsten ist keine Pflege erforderlich.

Im Haufen stellen sich im Laufe der Zeit eine Vielzahl an Tieren ein, die es zu entdecken und zu beobachten gilt. Es lohnt sich auf Entdeckungsreise zu gehen, auch wenn viele Tiere ganz im Verborgenen leben. Durch das vorsichtige Umdrehen der Äste oder das Wühlen im Laub können Kleintiere mit hoher Wahrscheinlichkeit gefunden werden. Dabei aber behutsam vorgehen, um den Haufen nicht zu zerstören.

Wichtig ist, den Haufen im Winter bis in den April hinein gänzlich in Ruhe zu lassen, um Igel nicht zu früh aus ihrem Winterschlaf zu wecken! Auch im Sommer können Igel den Haufen zur Kinderstube nutzen. Daher nie den ganzen Haufen durchwühlen und umschichten, sondern nur vorsichtig in den äußeren Schichten Ausschau halten.

Die Forschungsreise im Schulgarten wird mit der passenden Ausrüstung erst so richtig spannend. Besonders empfehlenswert sind Becherlupen, in denen die gefangenen Kleintiere eine Weile aufbewahrt und mit der Lupe vergrößert betrachtet werden können. Krabbelnde Insekten können mit Hilfe eines Pinsels oder Löffels vorsichtig in eine Becherlupe befördert werden. Auch größere Behälter aus Plexiglas mit Luftschlitzen sind sinnvoll. So können Tiere in Ruhe angeschaut und ihr Verhalten studiert werden.

Alle gefangenen Tiere vorsichtig und mit Respekt sowie Umsicht behandeln! Direkt nach der Beobachtung werden die Tiere unbeschadet an den Ort zurückgebracht, an dem sie gefunden wurden. Schließlich wollen wir behutsam mit unseren Mitgeschöpfen umgehen und dies auch vermitteln.

Download und weiterführende Links:

Kompetenzorientierte Lernziele

  • Die Lernenden sind in der Lage sachgemäß mit Materialien und Gartengeräten umzugehen und gemeinsam etwas zu gestalten.
  • Sie können erklären, welche Tiere in einem Laub-/Reisighaufen leben und warum.
  • Ihnen ist die Bedeutung von Strukturen im Garten für die Biodiversität / Vielfalt der heimischen Tierwelt bewusst.

Weiterführende Ideen

Eine weitergehende Beschäftigung und Bestimmung der gefundenen Tiere im Laub-/Reisighaufen ist möglich und empfehlenswert.

Siehe auch: Lieblingstier untersuchen

Der Laub-/Reisighaufen kann durch ein Igelhaus zusätzlich aufgewertet werden als Überwinterungsquartier für diesen wichtigen Nützling im Schulgarten.

Siehe auch: Igelhaus bauen

Gestaltungstipps für Ihren Schulgarten und Informationen
zu gartenpädagogischen Fortbildungen finden sie unter:
www.naturimgarten.at/gartenpaedagogik

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